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01.06.2020 07:08:33




Leute, die mit der Natur leben, haben schon immer mehr erlebt als andere. Denjenigen, die das nicht mitbekommen, werden diese Geschichten dann als Sagen weitererzählt. Deshalb erstaunt es auch nicht, dass es in Asp und Densbüren, wo die Leute noch mit der Natur im Einklang sind, etliche einheimische Sagen gibt.
Berühmt sind zum Beispiel die Herdmännlein vom Strihe, die auch heute noch ... Oder besser: Gehen Sie in einer Vollmondnacht alleine und ohne zu sprechen über den Strihe, wo Sie diese putzigen Gestalten wortreich um Hilfe bitten können!

Die Herdmännli gemäss der Sage, Freske von Felix Hoffmann im Schulhaus Densbüren
Die Herdmännlein, wie sie der Maler Felix Hoffmann gesehen hat
 
 

  Das Asper Chrüz  Im Eggwald, westlich von Herznach, in der Nähe der Vondle-Felsen, befindet sich neben einem alten Hohlweg das Asper Chrüz, ein kleines, in eine Steinstufe eingeritztes Kreuz.
Während der Reformation entschieden die Gnädigen Herren von Bern für all ihre Untertanen, dass diese nun reformiert zu sein hätten. Dies passte den Aspern gar nicht. Sie blieben dem alten Glauben treu und sind heimlich auf Schleichwegen rund um den Strihen nach Herznach zum Gottesdienst gekommen.
Als sie ertappt wurden,
  Das Herdweiblein im Dittiloch  Unter dem Strihe war in früherer Zeit das Dittiloch. Dort betreuten die Herdweiblein die kleinen Kinder, schauten nach ihnen, wenn die Bauern arbeiteten und gaben ihnen zu essen. Und wenn die Kinder krank waren, pflegten die Herdweiblein sie gesund.
Die Leute im Dorf holten jeweils am Abend die kleinen Kinder im Dittiloch ab, doch sie mussten den Dienst der Herdweiblein in Gold bezahlen.
Einmal jedoch stahl einer den Herdweiblein ein Kind und lief mit diesem fort.
Da brach des Nachts ein Ge
  Das Wettermannli  Das Wettermannli lebte vor uralten Zeiten im Tal unten. Wenn das Wetter wechselte, getrauten sich die Leute nicht mehr durchs Tal hinab. Sie hatten Angst, das Wettermannli würde ihnen böses antun oder sie gar töten. Sobald eben das Wettermannli hervor kam, gab es schlechtes Wetter. Sobald es wieder schönes Wetter gab, verschwand das Wettermannli.
  Der Gwäggi zu Asp  Ein Weib von Asp, das in einer Hütte im Schloss zu Asp wohnte, hatte ihres Kindes wegen Händel mit dem Manne bekommen. Um es los zu werden und sich zu rächen, warf sie es in den Backofen. Zuletzt war nur noch etwas Gebein übrig. Sie nahm es samt der Asche und streute es in den Chälebach.
Soweit das Wasser die Gebeine trug, wandelt dort heute eine Gestalt, und wo der ehemals sogenannte Steig, jetzt aber eine Brücke vom Dorf her über den Waldbach geht, da muss sie des Nachts stehen. Stöhnt sie d
  Der Horenbauer von Asp  Der Horenhof ist ein Bauerngut, das zur Gemeinde Küttigen gehört und zwischen dem Kirchberg und dem Homberg gelegen ist. Es hat seinen Namen von einem ehemaligen Besitzer, welcher von dem jenseits des Jura gelegenen Dörfchens Asp gebürtig war. Er hiess eigentlich Joggeli, aber man nannte ihn immer nur den Horenbauer. Er hatte dieses Gut schuldenfrei übernommen. Allein er lebte unbesorgt drauf los, dass ihm die Gläubiger bald auf den Hals kamen, und da er viel zu ländergierig war, als dass er sic
  Der Kirchbau zu Densbüren  Unter dem Strihe wohnten vor langer Zeit ein paar Herdmännchen. In der Nacht arbeiteten diese für die ehrfürchtigen Dorfbewohnern und taten viel Gutes für sie.
Eines Tages wollten die Leute von Densbüren auf der "Gloggerte" ein Kirchlein bauen. Dieser Standort gefiel aber den Herdmännchen gar nicht und so trugen sie jede Nacht die Steine und Balken auf die andere Talseite. Die Leute staunten und trugen das Baumaterial wieder zurück auf die "Gloggerte". Und in der darauffolgenden Nacht trugen e
  Der Mann ohne Kopf  Mitten in der Nacht erscheint von Zeit zu Zeit im Ofebüel ein Mann. Er reitet auf einem Pferd, aber einen Kopf hat er nimmer mehr.
Dann fängt er an zu singen und schreien, dazu reitet er immer wilder und schneller umher, wird er dicker und dicker, und plötzlich gibt es einen Knall. Und dann ist er verschwunden samt seinem Pferd und es herrscht wieder Ruhe im Ofebüel.
  Der Schatz der Urgiz  Die Ruinen der zerstörten Urgiz auf dem kleinen Berglein unterhalb Densbüren decken eine grosse mit Geld gefüllte Schatzkiste. Oft haben hier Männer in früheren Zeiten nachgegraben; sie stiessen auch auf die Kiste, dann aber sass stets der leibhaftige Teufel drauf. Sie versuchten ihn mit Räuchern und anderen geweihten Sachen zu vertreiben; er aber stiess ihnen Feuer ins Gesicht. So sprangen die Verschwörer davon und das Geld liegt noch bis zur Stunde unter den Ruinen.
Doch sieht man bisweilen,
  Der Schlössliherr von der Urgiz  Unten am Dorf befindet sich die Burghalde und, hebt man seinen Blick etwas höher, entdeckt man Felsen und Gestein. Dort oben steht die Ruine Urgiz.
Früher hat dort eine Burg gestanden. Diese bewohnte Heinrich von Urgiz mit seiner Schwester und dem Gesindel. Die Leute im Tal drunten mussten ihm von allem Getreide den zehnten Teil abliefern. Er hatte auch einen Untervogt, der zum Rechten sehen musste. Dieser wohnte unten im Tal in einem Hause.
Von der Burg her führte eine lederne Brücke in die
  Der Weinfälscher bei der Teufelsküche  In der Umgebung von Thalheim lebte vor langer Zeit ein Mann, der den Leuten nicht hold war. Der fälschte den Wein, indem er ihnen Wasser dreinschüttete.
Seit er gestorben ist, sagen die Leute, erscheine er nachts zu gewissen Zeiten auf einem Felsen ob der Teufelsküche. Und zur Strafe müsse er laut ins Tal rufen:
 "Drei Schoppe Wi
und e Schoppe Wasser
gänd au es Mass".

  Der weisse Schimmel bei Densbüren  Einigen Herznachern erzählte ein alter Pfarrer, dass in der Gegend um Densbüren, während den Kriegszeiten, viele kostbare Kirchenzierden vergraben worden seien, welche in der Mitternacht unter Beobachtung des tiefen Stillschweigens gehoben werden könnten. Die Schatzgräber, alles beherzte Männer, begaben sich nun an den bezeichneten Ort und gruben von elf bis zwölf Uhr. Es dauerte auch nicht lange, so fanden sie eine grosse Kiste, und hoben diese.
Da kam einer auf einem weissen Schimmel auf sie
  Die Frau von der Chrinneflueh  Es lebte einmal eine Frau, sie war eine Hexe. Einmal nahm sie ihr einziges Kind, schlug es um eine Buche, und als es ohnmächtig geschlagen war, lief sie mit ihm an die höchste Stelle der Chrinneflueh und warf es über den Felsen. Als das Kind unten aufschlug, war es tot. Sie trug es zu Gabelmachers vor das Haus. Da begruben die Leute im Dorfe den toten Körper des Kindes auf dem Friedhofe.
Die böse Hexenmutter aber war verschwunden. Man sah sie nie mehr. Aber die Leute, die damals lebten, sagen,
  Die Herdmännchen bei der Kirche  Im Strihe wohnten vor langer Zeit einmal Herdmännchen. Die gingen in die Kirchhalde und schauten, wer oft in die Kirche ging. Dem halfen sie auf dem Feld.
Ein Mann ging viel in die Kirche, aber er war böse und das wussten die Herdmännchen und sie halfen ihm nicht.
Da wurde der Mann böse und sägte in den Ast hinein, auf dem sie alle Tage sassen.
Und als sie sich wieder darauf setzten, brach der Ast entzwei, da kamen die Herdmännchen nie mehr.
  Während der Pestzeit  In unserem Lande herrschte einmal eine grosse Not. Die Pest regierte. Aber einmal in der grössten Not ging ein Mann auf einen Felsen und rief:
 "Essid trocknigs Brot
und trinkid Bibernäll
denn stärbid ihr nid so schnell."

Auch habe ein Vöglein den ganzen Tag gepfiffen:
 "Trinked Durmedil und Bibernäll
denn stärbeder nid so schnäll."