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Der Horenbauer von Asp

Beschreibung
Der Horenhof ist ein Bauerngut, das zur Gemeinde Küttigen gehört und zwischen dem Kirchberg und dem Homberg gelegen ist. Es hat seinen Namen von einem ehemaligen Besitzer, welcher von dem jenseits des Jura gelegenen Dörfchens Asp gebürtig war. Er hiess eigentlich Joggeli, aber man nannte ihn immer nur den Horenbauer. Er hatte dieses Gut schuldenfrei übernommen. Allein er lebte unbesorgt drauf los, dass ihm die Gläubiger bald auf den Hals kamen, und da er viel zu ländergierig war, als dass er sich durch den Verkauf etlicher Äcker seines grossen Besitztums hätte helfen mögen, so suchte er anderswo Rat.
Unweit von jenem Hause liegen noch Überreste eines alten Schlosses, welches Löhren geheissen haben soll. Es ist dieselbe Stelle, welche sich die Dörfer Küttigen und Biberstein einst zur Erbauung ihrer Kirche ausersehen hatten, immer aber wurde das, was den Tag über dort an Gemäuer aufgeführt worden war, von unbekannter Hand nachts wieder abgerissen und an diejenige Seite des Berges versetzt, wo jetzt die Kirche von Kirchberg steht. Man wusste also, dass jene Höhe droben im sogenannten Rosengarten versegnet und mit verwünschten Schätzen angefüllt sein müsse. Deswegen kam dem Horenbauer jetzt dieser Burgstall in den Sinn, und er durchwachte ganze Nächte im Nachdenken, wie wohl der Schlossschatz zu heben sei.
Er kaufte Zauberbücher zusammen, lernte die Besegnungen auswendig und ging dann in einer Augustnacht mit Haue und Schaufel droben im Walde ans Werk. Alsbald war auch der Teufel zur Stelle und sprach: "Schätze hüte ich hier nicht; Geld kann ich dir keines geben. Verschreibst du mir aber deine Seele, so will ich dir ein paar Kunststücke zeigen, die dir dein Leben lang helfen sollen. Ich zeige dir, wie man bergab fährt, ohne das Rad zu spannen; wie man mäht, ohne die Sense zu wetzen, und wie man Futter macht, ohne dass es geregnet hat". Um so geringe Kunststücke wollte der Bauer nicht seine Seele verkaufen; aber der Teufel tat so ungebärdig, dass der Handel doch richtig wurde. Der Trost, das Horengut behalten zu können und noch reicher zu werden, beruhigte den Bauern und unterdrückte das bisschen Gewissen. Wenn er von jetzt an seinen Erntewagen mit dreifachen Garbenschichten belud, so brauchte er nicht Bindbaum, nicht Wagenseil und Spannleitern; im Galopp fuhr er die steile Bergwand hinab ohne ein Rad zu spannen, und nie stürzte die Fuhre, nicht einmal eine Ähre ging verloren. Bäume, die beim Fällen auf die unrechte Seite stürzen wollten, stiess er wie einen Stock mit dem Fusse nach der entgegengesetzten; den steckenbleibenden Fuhrwagen hob er mit der Schulter aus dem Tobel heraus. Seine Leibesstärke war ganz ungeheuer.

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